Der Wochenendvater

Infos zu Scheidung, Trennung, Unterhalt, Kinder

Jeder zehnte Vater wacht auch mal am Krankenbett seines Kindes. Das hat die DAK herausgefunden. Nun ist diese Zahl wohl noch weit von der 50-Prozent-Marke entfernt. Aber eine gute Seite hat sie dennoch: In den vergangenen zwei Jahren war der Anteil der Väter, die sich um ihren kranken Nachwuchs kümmern, um sage und schreibe mehr als 40 Prozent gestiegen.

Bravo. Dieser Trend sollte sich fortsetzen! [Ärzteblatt]

Auch Wochenendbeziehungen können Lebensgemeinschaften sein. Das hat jetzt das Pfälzische Oberlandesgerichts in Zweibrücken entschieden. Die folgenreiche Weiterung: Damit erlischt der Anspruch auf Unterhalt.

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Immer mehr Männer in unserer Gesellschaft leiden darunter, dass sie selbst ohne Vater aufgewachsen sind. “Jedes fünfte Kind in Deutschland wächst mit nur einem Elternteil auf”, sagt laut Spiegel Online Matthias Franz, Facharzt für Psychosomatische Medizin am Universitätsklinikum Düsseldorf.

Zudem verlieren viele Kinder nach einer Scheidung den Kontakt zu ihren Vätern, berichtet Gerhard Amendt, Soziologe von der Universität Bremen: “Viele Scheidungskinder bemängeln, dass sie den zweiten Elternteil – in der Regel den Vater – zu wenig gesehen haben.”

So wächst jedes fünfte Kind in Deutschland nur mit einem Elternteil auf, meist ist es die Mutter. Der fehlende Vater ist nach Erkenntnissen von Wissenschaftlern vor allem für Jungen problematisch. Selbst Jahrzehnte später haben sie ein erhöhtes Depressionsrisiko. [SpOn]

Um für den Kindesunterhalt aufzukommen, müssen Väter zur Not auch einen zweiten Job annehmen. Das hat jetzt das Oberlandesgericht in Naumburg festgestellt (das jährlich mit der Naumburger Tabelle übrigens so etwas wie die Düsseldorfer Tabelle bereitstellen – eben nur für Sachsen-Anhalt. Und in dem auch der Fall Görgülü verhandelt wurde).

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Knapp 20 Prozent der Jugendlichen in Deutschland leben bei einem allein erziehenden Elternteil, meldet das Statistische Bundesamt. Das traditionelle Familienbild verändert sich langsam, aber beständig. [focus]

Junge Eltern entfernen sich immer mehr vom hergebrachten Lebensplan. Sobald die Kinder etwas größer sind, wollen beide wieder in den Beruf einsteigen und dennoch Verantwortung für ihre Familie übernehmen. Das geht aus der repräsentativen Studie “Ravensburger Elternsurvey” 2010 hervor . Sie wünschen sich ein “dynamisches Familienmodell” eine ausgeglichenere Work-Life-Balance.

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Wenn Kinder von Geburt an privat krankenversichert waren, dann dürfen sie es auch nach einer Scheidung bleiben. Der Unterhaltspflichtige (in den meisten Fällen der Vater) muss ihnen den Beitrag bezahlen. Auch denn, wenn es die Möglichkeit gibt, dass das Kind über die Mutter gesetzlich mitversichert wird. Das hat jetzt das OLG Koblenz entschieden. [focus/pkv]

Den Interessenverband Unterhalt und Familienrecht (ISUV) erreichen Zuschriften von unterhaltspflichtigen Vätern und Müttern in noch nie gekanntem Ausmaß. Auch in vielen Foren machen Betroffene ihrem Unmut Luft: Sie wollen die Erhöhung der Tabellensätze nicht “widerstandslos” hinnehmen. Grundtenor der Meinungen: Die Erhöhung der Kindesunterhaltssätze ist sachlich nicht gerechtfertigt, weil sich das Existenzminimum der Kinder überhaupt nicht geändert habe. Die Erhöhung sei willkürlich.

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Bild.de bringt ein größeres Stück nebst Fotostrecke über die von der massiven Unterhaltserhöhung betroffenen Scheidungsvätern. “Was haben die beiden davon, wenn ich kein Geld mehr habe, um an Besuchstagen ins Kino oder Schwimmbad zu gehen?“, fragt beispielsweise Rainer Guttermann.

Und der Student Sebastian Karkus sagt: “So eine Sauerei! Für meinen 12-jährigen Sohn aus erster Ehe sind laut Tabelle 334 Euro im Monat fällig, derzeit zahle ich noch 249 Euro – das sind 85 Euro mehr! Ich werde ihn deshalb kaum noch sehen können, weil ich mir die Fahrten nicht mehr leisten kann.” [bild]

Egal, wie häufig ein Vater seine Kinder betreut: Ohne Sorgerecht hat er richtig miese Karten. Ein Besispiel ist der 46-jährige Uwe Depping aus Hagen. Seine beiden Töchter sind fast genauso häufig bei ihm wie bei der Mutter. Und doch kann sie sich aufführen, wie sie will: “Vergiss nicht, du hast kein Sorgerecht!”, wirft sie ihm immer wieder an den Kopf. Eine Leidensgeschichte, die jetzt aber zu Ende sein soll. [westen]


Der Wochenendvater 2.01. Layout: Ralf Grabowski auf Basis von Gabis Wordpress-Templates.