Was heißt eigentlich Kindeswohl?

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Bei nahezu jeder Auseinandersetzung einer Familie vor dem Scheidungsrichter wird irgendwann mal vom Kindeswohl gesprochen: Wo sollen die Kinder leben, wie oft sollen sie den anderen Elternteil sehen, wie sollen solche Treffen ablaufen? Diese Fragen scheinen relevant zu sein, wenn es um das Kindeswohl geht. Aber was heißt das eigentlich konkret? Wie definiert sich Kindeswohl? Wann ist es dem Kind wohl, wann unwohl? Wissenschaftler der Tübinger Uni haben versucht, im Rahmen ihrer Kissmiss-Studie diesen Begriff messbar zu machen.

Für sie handelt es sich beim Begriff Kindeswohl um einen Lebensqualitäts-Parameter, den sie mit Hilfe von 151 einzelnen Items definieren. Sie lassen sich zu verschiedenen Gruppen mit jeweils unterschiedlichen Schweregraden bündeln: Die Forscher haben beispielsweise Indizes gefunden für Verhalten, das sich gegen den anderen Elternteil reichtet, gegen die Bindung des Kindes zum anderen Elternteil, aber auch gegen das Kind selbst.

Ziel dieses Projekts ist es, Betroffenen, aber auch Richtern und Jugendamtsmitarbeitern eine praktische und konkrete Orientierungshilfe an die Hand zu geben.

Interessant finde ich die Bewertung einzelner Verhaltensweisen. So bedeutet etwa der Umstand, dass ein Elternteil dem Kind ohne nachvollziehbaren Grund das Handy abnimmt, das es vom anderen Elternteil erhalten hat (oder es daran hindert, es zu benutzen) einen  Verlust von Kindeswohl von 17 Prozent! Oder der Umstand, dass ein Elternteil es dem Kind verbietet (oder es entmutigt), Bilder oder andere Erinnerungsstücke vom anderen Elternteil in seinem Zuhause zu haben, einen Verlust von Kindeswohl von sogar 29 Prozent! Allein mit dieser Verhaltensweise (andere können sich noch hinzuaddieren) befindet man sich in gelben Bereich, in dem Verbesserungen geboten sind.

Die Studie lässt sich als pdf herunterladen.

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Ein Kommentar

  1. Ich glaube manche Dinge kann man nicht messen, mir sagte der Richter, dass es dem Kindeswohl dient mit meiner Tochter jeden Mittwoch ein Eis essen zu gehen.

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