Was heißt eigentlich „alleinerziehend“?

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Nicht alle Frauen, die sich alleinerziehend nennen, sind es auch, Viele, sehr viele, sind mit einem neuen Partner zusammen, leben mit ihm in Pendelbeziehungen, oder teilen sich die Betreuungszeiten für das Kind großteils mit den anderen Elternteil. „Für die Meldeämter“, schreibt die Welt, „gilt ein Erwachsener, der allein mit einem Kind zusammenwohnt, als alleinerziehend – egal, ob da noch ein zweiter Elternteil ist, der das Kind mitbetreut“.

Wie viele von den rund 1,6 Millionen Alleinerziehenden in Deutschland sind also wirklich ganz allein auf sich gestellt?Das wissen auch die Statistiker nicht. Denn den Status „gemeinsam erziehend“ kennen weder das Melderecht noch die Kindergeldstelle oder das Steuerrecht.

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4 Kommentare

  1. Das stimmt. Schöne Erläuterung. Das mit den Statistiken sollte man immer genauer betrachten.

  2. Liebe Väter,

    ich bin eine „echte“ Alleinerziehende und merke in solchen Foren wie Ihren immer wieder, wie sehr die Macht von Euch Männern das sozialpolitische Handeln und die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit zu deren Gunsten verzerrt hat.

    Nicht genug, dass jeder „One-Night-Stand“ jetzt schon bis zu Volljährigkeit des Kindes mit hineinreden darf, ob die Mutter in eine andere Stadt ziehen darf, in welcher Schule das Kind angemeldet werden darf, usw, usw.,. Nein, jetzt wird offensiv und seit längerem ein öffentlicher Druck aufgebaut, damit das paritätische Modell der „Normal“-Entscheidungsfall bei familienrichterlichen Entscheidungen wird. Damit einhergehend natürlich auch die Diskussion, dass es doch unfair sei, dass der Vater dann noch den vollen Unterhalt zahlen solle. EIN SCHELM, WER BÖSES DABEI DENKT!?!

    Vielleicht vergegenwärtigen sich die Herren auf diesem Forum ja noch einmal die statistischen Tatsachen, dass ca. ein Drittel der unterhaltspflichtigen Väter so gut wie nie Unterhalt leistet. Ein weiteres Drittel zahlt unregelmäßig bzw. nur auf gerichtliche Aufforderungen. Lediglich der klägliche Rest von einem Drittel der Väter zahlt regelmäßig und in voller Höhe der Düsseldorfer Tabelle. WOHLGEMERKT: die Statistik hat nur die Väter erfasst, die leisten können (also nicht Hartz-IV-Bezieher).

    Ich finde es erstaunlich, mit welcher Selbstgerechtigkeit und -Gefälligkeit sich die Mehrzahl der Herren über Tatsachen hinwegsetzen.

    Schönen Gruß von einer „echten“ – übrigens nicht selbstgewollten Alleinerziehenden (mein Ex war einer der nicht wenigen Ehemänner die meinten, sie könnten nebenher noch eine Dauergeliebte mit Zweitkindern haben)

  3. Hallo Martina,
    das sind ja interessante Einsichten „von der anderen Seite“. Was mir dabei durch den Kopf geht: Es gibt die „Guten“ und die „Bösen“ sowohl auf männlicher, als auch auf weiblicher Seite.
    Dass Väter (auch solche, die es aufgrund eines One-Night-Stnads wurden) mitreden sollen, wohin eine Mutter zieht, ist doch nur recht und billig. Schließlich ist es auch ihr Kind – und nicht nur das der Mutter.
    Und dass ein paritätisches Wechselmodell vielleicht doch irgendwann mal Standard wird, wäre wünschenswert. Denn dann könnte die Mutter auch bei einem geplanten Umzug des Vaters mitreden 😉
    Und noch ein Denkanstoß: Womöglich gibt es ja einen Zusammenhang zwischen schleppenden Unterhaltszahlungen und miesen Spielchen und Verweigerungen beim Umgang?
    Beste Grüße
    Ralf

  4. Natürlich kann man auch bei dieser Position nicht gänzlich verallgemeinern, weil jeder seine subjektive Sichtweise hat, jedoch ergeht es mir und auch vielen anderen im nun erweiterten Bekanntenkreis so, dass es einen sozialen Vater gibt, obwohl der Mann (sowie ich auch) sehr sehr gern das Wechselmodell hätte (und das nicht um der Mutter eins auszuwischen) sondern weil ein echtes Interesse am Kind vorliegt und auch schon immer vorlag – nun hat das Gericht entscheiden, dass die Mutter entscheidet, wann ich das Kind sehe (abgesehen von Fr-So alle 2 Wochen), sie erhält die günstigere Steuerklasse, den Unterhalt fürs Kind von mir (Mindestunterhalt) und lebt mit dem neuen Partner fast zusammen (natürlich nicht amtlich).
    Alleinerziehend nenne ich das auch nicht.

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