Der Wochenendvater

Infos zu Scheidung, Trennung, Unterhalt, Kinder

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Archiv: Oktober 2006

Alles Ansichtssache, und wieder mal zu Lasten des Vaters: Nach Streit mit dem Vater ihres Kindes hat sich eine (von ihm getrennt lebende) Frau entschlossen, kurzerhand wegzuziehen. Dass sich der bis dahin geübte Umgang (an den Wochenenden und auch unter der Woche) nicht mehr aufrechterhalten ließ, kümmerte die Richter nicht.

“Ein Umzug kann ihr als Teil ihrer grundsätzlich freien Lebensgestaltung jedenfalls dann nicht versagt werden, wenn die Entscheidung auf vernünftigen und nachvollziehbaren Erwägungen beruht. Wenn das Kind von dieser Entscheidung in der Form betroffen ist, dass es sein vertrautes Umfeld verlässt und die Kontakte zum Vater weniger häufiger stattfinden, ist diese Konsequenz hinzunehmen.”

So lautet der Kommentar zu diesem Urteil von Fachanwalt Eckhard Benkelberg. Und weiter:

“Wenn das Kind von dieser Entscheidung in der Form betroffen ist, dass es sein vertrautes Umfeld verlässt und die Kontakte zum Vater weniger häufiger stattfinden, ist diese Konsequenz hinzunehmen. Einer Entfremdung des Kindes vom Kindesvater ist dann durch die Ausgestaltung der Umgangskontakte vorzubeugen, die auf dem Bedürfnis nach einer liebevollen Beziehung zwischen Vater und Kind Rechnung tragen sollen.”

Bei einem solchen Urteil bleibt viel, wahrscheinlich zu viel Spielraum. Auch ja: Und darf ich als zum Unterhalt verpflichteter Vater einfach weniger Unterhalt zahlen, weil ich meinen Job aus freien Stücken wechsle, weil ich mich mit einem anderen Job wohler fühle, bei dem ich aber leider weniger verdiene? Nein, darf ich nicht. Der Vater ist angekettet, die Mutter ist es nicht. [anwalt24]

Für knapp 90 Prozent aller Deutschen gehören Kinder, Familie und Beruf zum Leben – darin sind sich Männer und Frauen einig. Mittlerweile, so geht aus einer neuen Umfrage hervor, wollen auch immer mehr Männer an den Herd: Fast jeder zweite berufstätige Mann würde Elternzeit nehmen, wenn es ab dem nächsten Jahr die neue Elterngeldregelung gibt. Auch würden 57 Prozent der Männer zu Hause bei ihren Kindern bleiben, wenn sie nicht aus finanziellen Gründen arbeiten müssten. Bei den berufstätigen Frauen würden 46 Prozent ihren Job, wenn möglich, gegen Kinderbetreuung tauschen. [ots]

In Deutschland sind rund 80.000 Kinder im Alter bis zu zehn Jahren von Verwahrlosung und extremer Vernachlässigung durch ihre Eltern bedroht. Diese Zahl nennt der Bielefelder Sozialwissenschaftler Klaus Hurrelmann in der “Zeit”. “Etwa ein Prozent der Eltern sind sozial völlig aus dem Ruder gelaufen, alkoholkrank, drogenabhängig, psychisch schwerst defizitär – das sind die, über deren Kindern täglich eine Katastrophe hängt”, sagte Hurrelmann.  [n-tv]

Familienministerin von der Leyen hat Männer aufgefordert, sich zu emanzipieren. Sie müssten erkennen, dass Familie und Beruf miteinan der vereinbar seien. Sie sollten sich vom Ernährer zum aktiven Vater entwickeln. Die Ministerin regte eine öffentliche Diskussion an. [mdr]

2006 12 Okt

Familienkongress in Halle

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Deutschland braucht neue Ansätze in der Familienpolitik. Ziel sollte es vor allem sein, das Kind in den Fokus zu nehmen und nicht vorrangig die Bedürfnisse der Eltern oder eines Elternteils zu sehen. Dafür plädiert schon seit Jahren der Väteraufbruch für Kinder (VafK). Beim 5. Familienkongress, am 4./5. November in Halle/Saale, sucht der VafK zusammen mit Experten Lösungsansätze.
Die Teilnehmergebühr beträgt 45,00 Euro zzgl. Verpflegung und Unterkunft. Mitglieder und Studenten können kostenlos teilnehmen. Details zum Programm, zu den Referenten und der Organisation sowie den Flyer und eine Online-Anmeldemöglichkeit gibt’s unter www.familienkongress.vafk.de.

Eben bin ich auf die Site scheidung.de aufmerksam gemacht worden. “Als Deutschlands größter professioneller Online-Service zum Thema Trennung, Scheidung und Neubeginn bieten wir umfassende Informationen und wertvolle Hilfen und Unterstützung”, so lautet die Selbstbeschreibung. In der Tat bietet die Site eine ganze Fülle an Infos rund ums Thema Scheidung, Trennung, Neubeginn. Dazu gibt’s auch eine Expertensuche, die Anwälte, aber auch Therapeuten auflistet. In einem Premiumbereich soll es noch mehr Hilfen geben. Kosten: 25 Euro für zwei Monate.

Ja, die gibt es, so ähnlich zumindest. Sie heißt amikio.de, ist fünf Jahre alt und versteht sich als virtueller Treffpunkt für Alleinerziehende mit Chat, Foren und Tipps und Infos. Gegründet hat sie Connie Glunde aus Frankfurt. Mittlerweile hat der Treffpunkt rund 5.000 Mitgleider.
Jetzt schreibt mir Connie Glunde, dass sie eine neue Site ins Leben gerufne hat: die Partnerbörse patchworkglueck.de. Die Börse für Singles mit Kind ging im März diesen Jahres online und hat sich “nach den ersten Monaten schon gut im Bereich der Spezial-Singlebörsen etabliert”. Bei der Börse fallen keine monatlichen Kosten an, sondern lediglich eine  einmalige Nutzungsgebühr von 35 Euro. Na ja, und diese Site ist vielleicht auch was für noch solo-lebende Wochenendväter (und -mütter).

Von Elternzeit auf Elternteilzeit kann nicht ohne weiteres umgesattelt werden. Das geht aus einem Urteil des Bundesarbeitsgerichtes hervor. Hat der Arbeitgeber für die Dauer der beantragten Elternzeit eine
Vollzeitvertretung eingestellt, die nicht bereit ist ihre Arbeitszeit zu verringern, so besteht kein Anspruch auf eine Teilzeitbeschäftigung. weiterlesen… »

… aber viel zu tun im Büro und Umzugs-Streß fordern ihren Tribut. Ich verspreche, wieder öfter an den wochenendvater zu denken. Großes Indianer-Ehrenwort.

Und deshalb…


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