Familie ist dort, wo ich ohne zu fragen an den Kühlschrank gehen kann, wenn ich Durst habe. So definiert … das System Familie. Eine neue Definition dieses Begriffs tut not. Denn die klassische Familie (Mutter, Vater, Kind) gehört zu einer aussterbenden Lebensform. Laut Statistischem Bundesamt stieg die Zahl der unverheirateten Paare mit Kindern und der Alleinerziehenden in den letzten zehn Jahren um 30 Prozent auf 2,3 Millionen. Gleichzeitig sank die Zahl der Ehepaare mit Kindern um 16 Prozent auf 6,5 Millionen. [ir]
Aber was ist denn nun Familie?
Archiv: November 2007
2007 30 Nov
Krank durch Kindesentzug
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Wenn Eltern keinen Kontakt mehr zu ihren Kindern haben, leidet ihre Gesundheit. Laut einer neuen Studie treten häufig Depressions-Symptome auf. “Es ist, als ob sich eine grosse, graue Staubdecke über dein Leben zieht. Nichts ist mehr, wie es war – die Farben, die Töne, alles ist anders.” So beschreibt ein Vater seinen schon mehrere Jahre währenden Zustand. Seit sich seine Frau von ihm getrennt hat, ist der Kontakt zu beiden Kindern komplett abgebrochen.
Die Psychologin Esther Katona von der Universität Freiburg hat in einer umfangreichen Arbeit (zu der auch hier beim Wochenendvater aufgerufen wurde) analysiert, wie es den Vätern und Müttern geht, die von ihren Kindern getrennt sind. Ihr Ergebnis: 64 Prozent der Befragten klagen über schlechte Lebensqualität, die Hälfte hat psychische Probleme, 45 Prozent gesundheitliche. Manche der von ihren Söhnen und Töchtern getrennten Eltern erleben den Kontaktabbruch “schlimmer als den Tod eines Kindes”. “Die Vorstellung, ich könnte meinem Kind über den Weg laufen und es nicht erkennen, ist unerträglich”, sagt ein Vater, der seinen Sohn seit Jahren nicht mehr gesehen hat. [tagesanzeiger]
2007 21 Nov
Muss ein Vater sein Kind sehen?
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Verkehrte Welt: Ein Vater will unter keinen Umständen seinen unehelichen Sohn sehen, er befürchtet sonst das Ende seiner Ehe. Die Mutter des unehelichen Kindes und ein Gericht wollen ihn aber dazu zwingen. Heute verhandelt das Bundesverfassungsgericht über den Fall. Viele Experten schauen mit Spannung nach Karlsruhe. Rüdiger Meyer-Spelbrink, Bundesgeschäftsführer des Väteraufbruchs, warnt in stern.de: “Wenn das Bundesverfassungsgericht dem Vater Recht gibt, hat das erhebliche Sogwirkung. Denn dann können Eltern, die keine Lust auf ihre Kinder habe, sich in Zukunft immer vor ihrer Verantwortung drücken. Das wäre auch ethisch sehr fragwürdig.”
Anderer Ansicht ist der Verband alleinerziehender Mütter und Väter. “Es ist unwahrscheinlich, dass es gelingt, durch gerichtlichen Zwang eine positive Vater-Kind- Beziehung herzustellen”, heißt es in der Stellungnahme. Kurz: lieber keine Beziehung als eine schlechte. Mehr über den Fall bei stern.de und bei heute.de.
Rechtlich lässt sich ein Umgang bisher natürlich erzwingen. In der Kindschaftsrechtsreform von 1998 heißt es: “Das Kind hat das Recht auf Umgang mit jedem Elternteil; jeder Elternteil ist zum Umgang mit dem Kind verpflichtet und berechtigt.”
2007 15 Nov
Versorgungsausgleich soll geändert werden
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Justizministerin Brigitte Zypries will jetzt auch den Versorgungsausgleich reformieren, bei dem nach einer Scheidung die Rentenansprüche der Ehepartner aufgeteilt werden. Wie der Tagesspiegel schreibt, soll es künftig einen möglichst endgültigen Ausgleich geben. Während heute beim Versorgungsausgleich vom Rentenversicherungskonto des einen Ehegatten Anwartschaften auf das Rentenversicherungskonto des anderen übertragen werden, soll es demnächst also einen Geldausgleich zwischen den Ex-Partnern geben.
Das Ganze soll noch in diesem Jahr über die Bühne gehen. Damit legt die Justizministerin ein gehöriges Tempo vor, wie der Tagesspiegel aufschlüsselt. Bereits geändert ist ja das Unterhaltsrecht, in dem die Ehepartner im Vergleich zu allen Kindern ein geringeres Gewicht bekommen haben. Auch geändert werden soll der Zugewinnausgleich. (tsp)
