Das Klischee mag noch vom verantwortungslosen, das Leben in vollen Zügen genießenden Lebemann ausgehen – die Realität sieht anders aus: Das Leben der Wochenendväter (also der von der Familie getrennten Väter) ist vor allem gekennzeichnet durch den Mangel. Wenig Geld, wenig Freunde, wenig Zeit. 85% aller geschiedenen Ehepaare und deren Kinder, so klagt der VafK an, landen auf dem Niveau des Sozialhilferichtsatzes, drei Viertel der Obdachlosen rutschen erst nach der Scheidung in die Gosse. Hinzu kommen psychische Probleme: “Scheidungsväter leiden”, stellen Bremer Sozialwissenschaftler fest. Drei Viertel verweisen auf gesundheitliche Probleme in Folge der Scheidung. Dennoch: Auch wenn dem Leben eines Wochenendvaters vielleicht enge Grenzen gesetzt sind: Es bleibt lebenswert. Wichtig ist, den Kontakt zu seinen Kindern, den Kontakt auch zu sich selbst nicht zu verlieren. Ein Wochenendvater wird eine andere Rolle ausfüllen als ein “Vollzeitvater”. Wichtig ist, dass er diese Rolle ernst nimmt.
